Mit 14 bekam ich meine erste Jeans – und wurde ausgelacht
Wie eine No-Name-Hose mein Verhältnis zu Kleidung für immer veränderte
In einer der letzten Stories hab ich dir von meiner Mama erzählt und ihrem Haushaltsbuch – wie sie akribisch jeden Kassenzettel erfasste und in verschiedene Kategorien einteilte.
Das war ihre Art zu budgetieren, den Überblick zu behalten, wohin das Geld eigentlich floss. Und das aus gutem Grund: Bei uns zu Hause war das Geld immer knapp.
Thema Klamotten...
Diese finanzielle Situation prägte meine Kindheit stark. Ich lernte früh, dass viele Wünsche unerfüllt bleiben mussten – es war schlicht kein Geld da.
Statt neuer Kleidung trug ich die abgelegten Sachen meiner Halbschwestern und Cousinen.
Eine Erinnerung hat sich besonders tief eingegraben: Mit 14 Jahren bekam ich meine erste eigene Jeans.
Keine Designerjeans, keine Markenhose – wir fuhren nach Passau zu K&L Ruppert (den Laden gibt es heute gar nicht mehr) und kauften dort eine No-Name-Jeans.
Ich sehe mich noch heute an diesem heißen Sommertag. Trotz der Hitze trug ich die neue Hose den ganzen Tag. Endlich hatte auch ich eine “coole” Jeans!
Doch die Freude währte nicht lange.
Als ich anderen Jugendlichen begegnete, machten sie sich über meine neue Errungenschaft lustig. An Schnitt und Machart war sofort erkennbar: Das war keine Markenjeans.
Diese Erfahrung traf mich tief.
Besonders für uns Frauen spielt Kleidung eine prägende Rolle – nicht unbedingt selbst gewählt, sondern durch gesellschaftliche Entwicklungen so gewachsen. Wir definieren uns stark über unser Äußeres.
Was von außen betrachtet wie eine kleine, unbedeutende Geschichte erscheinen mag, hatte lange nachwirkende Folgen auf mein Verhältnis zum Kleidungskauf.
Wie war das bei dir?
Magst du in deinen Erinnerungen kramen? Wie hast du Kleidung in deiner Kindheit und Jugend erlebt?
Hast du ebenfalls erlebt, dass Geld bei Kleidung einen großen Unterschied gemacht hat?
Und vor allem: Wie hat das dein weiteres Leben geprägt?
Ich freue mich auf deine Geschichte!



Als Kind habe ich die Pullis von meinen großen Brüdern getragen. Ich fand das sehr cool, besonders mein "cooler" Bruder aber weniger, das hat mich dann verletzt.
Ich habe dann günstiges Gewand bekommen und meine Kleidung dann immer selbst "aufgepeppt" ( Ärmel abgeschnitten, Sachen aufgenäht...) und mit ca. 14 meine erste teure Hose um ca 150€ gekauft. Eine weite karlkani (HipHop) Hose - ein absoluter Fehlkauf, ich denke ich hab sie vielleicht 2 mal getragen 😅
Ich hatte das „Glück“, dass ich sehr traditionell katholisch erzogen wurde und dass die Bemerkungen zum Besuch der Sonntagsmesse, mein deutliches Unwissen gegenüber Popkultur, Comics, Bienchen und Blümchen usw. und täglichen gemeinsamen Essen mit meinen Eltern so früh und so überschattend waren, dass dann NoNameProduktSpott nicht mehr getroffen hat. Ich war halt eh anders :)