Damit dich niemand kaufen kann
Denkst du, dass es bei Geld um Reichtum geht? Darum, dass man sich zu jederzeit alles kaufen kann, was man gerne haben möchte?
Aus meiner Sicht geht es um etwas ganz, ganz anderes.
Es geht darum, dass dich niemand kaufen kann.
Warum das für uns Frauen so entscheidend ist
Diesen Zusammenhang herzustellen ist vor allem für uns Frauen entscheidend. Denn wir Frauen begeben uns sehr viel schneller in eine Abhängigkeit.
Wenn wir gerne Kinder möchten, sind wir es immer noch, die zurücktreten. Die aus dem beruflichen Alltag rausgehen. Die damit weniger Einkommen haben.
Das zieht sich bis in die Rente durch, wie du sicherlich weißt. Die Altersarmut ist weiblich.
Was es wirklich heißt, Geld zu haben
Geld zu haben bedeutet daher in allererster Linie: die Wahl zu haben.
Die Wahl zu haben, ob du bleibst oder gehst in einer Beziehung, die dir nicht mehr gut tut.
Die Wahl zu haben, ob du in einem Job-Umfeld bleibst, das dir schadet – oder ob du dir ein Umfeld suchen kannst, das dir richtig gut tut.
Es bedeutet die Wahl zu haben, welche Ausbildung oder Weiterbildung du machen möchtest und dass du sie dir leisten kannst.
Ja, natürlich bedeutet Geld haben und Geld verdienen auch, sich schöne Dinge leisten zu können.
Doch noch mal: In allererster Linie geht es darum, die Wahl zu haben.
Die Geschichte meiner Mama
Ich muss dabei immer an meine Mama denken.
Sie hat damals einen Witwer mit drei Töchtern geheiratet. Ich bin die vierte Tochter gewesen. Sie hatte einen wirklich tollen Job als Kinderkrankenschwester in einer großen Klinik in München und war dort auf der Herzstation Oberschwester.
Sie hat durch ihre Entscheidung, meinen Vater zu heiraten, von heute auf morgen jede Möglichkeit des Geldverdienens aufgegeben. Sie hat nie wieder einen sozialversicherungspflichtigen Job angenommen.
Sie hatte keine Wahl. Sie musste bleiben.
Was später dazu geführt hat, dass meine Mama eine Minirente hatte.
Und hätte es nicht die Option der Witwenrente gegeben, hätte ihr Leben überhaupt nicht mehr funktioniert.
Der Satz, den du nicht hören willst
Jetzt könnte man sagen: “Ja, das sind alte Geschichten. Heute ist das anders.”
Doch diesen Zahn muss ich dir wirklich ziehen.
Heute ist es immer noch ganz genauso – wenn Frau nicht darauf schaut, dass sie sich um ihre Finanzen kümmert. Und auch in der Familie dafür gesorgt wird, dass vom Familieneinkommen die Rentenlücke, die fast immer für Frauen entsteht, aufgefüllt wird.
Was Geld wirklich ist
Deshalb lass mich nochmal zum ursprünglichen Gedanken zurückgehen.
Geld bedeutet für mich nicht, sich alles kaufen zu können.
Geld bedeutet für mich, dass dich niemand kaufen kann.
Dass du nicht in einer Beziehung bleiben musst, weil du finanziell abhängig bist.
Dass du nicht in einem Job ausharren musst, der dich kaputt macht, weil du das Geld brauchst.
Dass du nicht Ja sagen musst zu Dingen, zu denen du Nein sagen willst – nur weil du es dir nicht leisten kannst, Nein zu sagen.
Die Frage, die bleibt
Vielleicht magst du darüber mal für dich nachdenken.
Was bedeutet Geld für dich? Ist es die Freiheit, dir Dinge zu kaufen – oder die Freiheit, nicht gekauft zu werden?



To the point, Alexandra! Komme gerade aus einer Session, in der eine Klientin aus der Wertschätzung und Selbstfürsorge für sich und ihre Partnerschaft und Familie heraus beschlossen hat, diese Themen mit ihrem Mann offen auf den Tisch zu legen. Ich weiss, dass so eine Bewegung einer Frau auch für viele Männer sehr erleichternd ist. Und wenn ein Partner sich davor verschließt, ist auch das wertvolle Information für die Partnerschaft. So wird nichts mehr verkauft und keine Angst mehr genährt. Stattdessen wird gemeinsam geschöpft. Und Klarheit, Liebe, Lebendigkeit, Wahrhaftigkeit und grundsätzliche Schöpferkraft bekommen mehr Raum. Davon profitieren alle im gesamten Umfeld des Paares. Wie großartig, dass diese Themen jetzt ins Bewusstsein kommen. Das ist Macht gelebt als schöpferische Verantwortung statt Dominanz. Und das macht mich sehr froh. Danke für Deinen wertvollen Beitrag 🙌✨
umso bedenklicher finde ich die Trad-Wife-Bewegung. Die, die das in den sozialen Medien erfolgreich propagieren, verdienen wahrscheinlich nicht schlecht mit ihrer Inszenierung als Trad-Wife (was sie ja schon deswegen nicht sind wenn sie nebenbei - bzw. hauptberuflich - den Job der Influenzerin ausüben). Jedenfalls ist unabhängig m.e. elementar und sie soziale Absicherung durch Witwenrente ist doch auch nicht mehr so, wie damals bei der Mama, oder? Weisst Du darüber etwas genauer Bescheid, wie die Absicherung heute ist, wenn man selber eine Minirente hat und Ehemann vor Ehefrau verstirbt?