Warum du kaufst, obwohl du eigentlich sparen wolltest 🛍️
Doom Spending kann dich 173.000 € kosten – hier ist der Ausweg
Die Nachrichten sind voll von Krisen. Die Mieten in den Städten sind unbezahlbar. Das Klima scheint ohnehin nicht mehr zu retten. Und mittendrin ploppt eine Werbung auf deinem Handy auf – ein neues Outfit, ein teures Gadget, irgendetwas, das verspricht, dass es dir besser geht.
Ein Klick. „Jetzt kaufen.”
Und für einen kurzen Moment fühlt es sich gut an.
Der Name für das Gefühl
Das nennt man Doom Spending.
Es ist der Drang, Geld für kurzfristige Belohnungen auszugeben, weil die langfristigen Ziele unerreichbar scheinen. Ein Eigenheim? Vergiss es. Eine sichere Rente? Lachhaft.
Also kaufst du. Nicht, weil du es brauchst. Sondern weil es sich anfühlt, als hättest du wenigstens in diesem Moment etwas unter Kontrolle.
In 30 Jahren als Beraterin habe ich viel gesehen. Doch dieses Muster ist neu. Viele junge Frauen aus der Generation Z sind hochgebildet, klug, reflektiert. Und trotzdem fühlen sie sich machtlos gegenüber den großen Herausforderungen der Welt.
Manchmal liegt das auch an einer Erziehung, die uns behütet hat – Helikoptereltern, die uns vor allem beschützt haben. Nur nicht davor, wie wir in stürmischen Zeiten finanziell auf eigenen Beinen stehen.
Warum Kontrolle im Warenkorb nur eine Illusion ist
Doom Spending ist ein emotionaler Bewältigungsmechanismus.
Wenn wir das Gefühl haben, die Welt nicht kontrollieren zu können, kontrollieren wir wenigstens unseren Warenkorb. Für einen Moment fühlt es sich wie Macht an.
Doch wahres Selbstvertrauen wächst nicht durch Konsum. Es wächst durch Wissen.
In der Frauenfinanzschule erlebe ich es immer wieder: den Moment, in dem eine junge Frau versteht, wie Geld funktioniert. Wie sich die Angst in Handlungsfähigkeit verwandelt.
Es ist ein Prozess. Du musst nicht über Nacht zur Börsenexpertin werden. Aber du musst verstehen, was mit deinem Geld passiert. Damit du nicht mehr die Getriebene der Algorithmen bist.
Die Zahl, die alles verändert
Viele junge Frauen sagen mir: „Mit 50 € im Monat brauche ich gar nicht erst anfangen.”
Als Rechnungswesen-Expertin sage ich dir: Das ist dein größter Denkfehler.
Deine Zeit ist wertvoller als dein Startkapital.
Schau dir das an:
Du bist 20 und investierst 50 € im Monat bis 67.
Nach 47 Jahren hast du etwa 221.000 € angespart.
Du bist 40 und investierst 50 € im Monat bis 67.
Nach 27 Jahren hast du nur etwa 48.000 € angespart.
Du hast im ersten Szenario nur 12.000 € mehr eingezahlt. Aber dein Endvermögen ist mehr als viermal so hoch.
Zeit ist der Hebel, den dir niemand mehr zurückgeben kann. 50 € heute sind für eine 20-Jährige wertvoller als 200 € für eine 40-Jährige.
Die Frage, die dich nachts wach hält
„Aber will ich überhaupt in diese Welt investieren? In Waffen? In Kohle?”
Ich verstehe das. Vor allem Gen Z will ihre Werte nicht an der Garderobe abgeben.
Hier ist die gute Nachricht: Nachhaltiges Investieren bedeutet heute keinen Renditeverzicht mehr.
Im Gegenteil. Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, sind oft zukunftsfähiger. Und vor allem wir Frauen treiben diesen Markt voran.
Indem du in nachhaltige ETFs investierst, nutzt du dein Geld als Stimmzettel. Du zwingst Unternehmen zur Umstellung. Und baust gleichzeitig dein Vermögen auf.
Das ist kein Widerspruch. Das ist modernes Investieren.
Die Wahl, die nur du treffen kannst
Du hast die Wahl.
Du kannst dein Geld weiterhin für kurzfristige Pflaster ausgeben, um den Weltschmerz zu betäuben.
Oder du fängst an, dir ein Fundament zu bauen. Ein Fundament, das dir echte Freiheit gibt.
Die Freiheit, Jobs zu kündigen, die dich unglücklich machen. Die Freiheit, Projekte zu fördern, die die Welt besser machen. Die Freiheit, Nein zu sagen zu Dingen, zu denen du Nein sagen willst.



Sehr schön erklärt.So wichtig!!!Für sich selbst sorgen!!!Danke dafür!
So wichtig. Danke fürs Aufklären. Ich kann das so gut nachfühlen, die Verzweiflung an der Welt, und dass dann der Klick auf Kaufen wenigstens in bisschen Dopamin liefert, wenn schon alles andere so furchtbar ist! Danke für den Begriff Doom Spending. Ich finde, man sollte wissen, was es alles für Mechanismen gibt, in die man reintappen kann. Doom Scrolling ist ja schon ein bekannteres Wort. Und genauso schwer zu bremsen.
Da hilft nur unermüdliche Aufklärung und gemeinsamer Austausch. Die Scham sitzt tief.